Vinzenz-Heim, Aachen

„Nur wer sich selbst kennt, kann sich nach außen richtig darstellen und so friedlich in seinem Umfeld leben!“

Der zitierte Bernd Parakenings, Trainer des Deutschen Sportbundes und Deeskalationstrainer, führte Ende April mit elf Schülern aus dem Vinzenz-von-Paul-Berufskolleg ein Wochenendseminar rund um das Thema Gewalt durch.

Elf junge Männer des Internats wollen „kein Weichei sein und nicht Rambo werden“. Im Wochenendseminar mit Bernd Parakenings, Sozialarbeiter und Erzieher, Trainer des Deutschen Sportbundes, Deeskalationstrainer und psychologischer Berater, setzten sie sich mit allen Aspekten zum Thema „Gewalt“ auseinander.

Verschiedenste Fragestellungen zu körperlicher Gewalt, Mobbing, verbaler Gewalt, Gewalt in der Schule oder in der Familie oder auch Gewalt in Einrichtungen luden die Jungs dazu ein, über sich selbst nachzudenken. Ihr Selbstbild zu pflegen, andere Sichtweisen zu entwickeln und so gestärkt auszuprobieren, wie sich selber behaupten können.

Viele verschiedene Methoden, von theoretischen Einheiten über Rollenspiele bis hin zum Üben konkreter Abwehrtechniken in gefährlichen Situationen, wurden erprobt und eingeübt. Hierbei wurden auch die Besonderheiten bei jungen Männern im Rollstuhl oder mit anderen Behinderungen berücksichtigt. Neben dem Selbstbehauptungsseminar gab es natürlich auch Freizeitaktivitäten wie Bowling und Kinobesuch, Grillen und chillen.

„Gute Anregungen zum Nachdenken über verschiedene Situationen“ und „tolles Wochenende, hat mir gut gefallen, besonders das Bowlen.“, „einfach gut, würde ich mal sagen!“, meldeten Dominik, Niklas, Ruben, Majid, Pascal, Mika, René, Jerome, Maurice, Manuel und David begeistert zurück.

„Anfangs hatten die Schüler die Möglichkeit, ihre Erfahrungen mit Gewalt zu beschreiben. Viele waren sich nicht genau sicher, was alles unter den Begriff Gewalt fällt. Selbst für mich waren viele Sachen neu und ein kleiner push, um manche Dinge zu überdenken.“, berichtet André Jankauskas, Leiter des Internates Vinzenz-von-Paul-Berufskolleg. Nach einer gewissen Zeit konnten alle Schüler richtig mit einsteigen und sich viele Dinge besser vorstellen und ihre Meinungen dazu besser positionieren.

Jankauskas: „Was mir besonders aufgefallen ist, dass alle Schüler immer hilfsbereit, freundlich und höflich zueinander waren.“

„Das abschließende Grillen wirkte wie eine Abschlussrunde auf mich. Alle waren glücklich und konnten nochmal das Erlebte Revue passieren lassen. Alle waren sehr ausgeglichen und lachten viel. Abschließend kann man sagen, dass es ein sehr gelungenes Wochenende war.“, schildert Auszubildender der Heilerziehungspflege im Internat, Jakob Rachner, der die Teilnehmer am Wochenende mitbetreute.

„Durch Erfahrungsaustausch und der professionellen Anleitung von Bernd Parakenings, haben die Schüler gelernt, selbstbewusster in Konfliktsituationen zu reagieren und manchmal ganz gezielt dabei ihre Behinderung zu nutzen.“, folgert Auszubildende der Sozialen Arbeit und Sozialpädagogik, Christina Schwarz, der als einziger Frau aus dem Internat, die Teilnahme am Seminar gewährt wurde und die mithalf, dass die Jungs gut versorgt waren.

Besten Dank an Bernd Parakenings, der es mit Charisma schaffte, unser Denken und Handeln zu bewegen! Wir wiederholen das Wochenendseminar hoffentlich im nächsten Jahr!

„Es gibt stets mehr als nur schwarz und weiß.“ – Bernd Parakenings

 

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